Erster gemeinsamer Blogeintrag aus Australien von uns :) Ein Monat schon wieder rum

Dienstag, 26.11.2013

Hallo ihr Lieben,

 

Lukas und ich melden uns jetzt auch mal (zum allersten mal aus Australien) und wollen euch die letzten 2 Monate zusammenfassen, was sich nicht allzu schwierig gestalten dürfte, da wir bis jetzt nicht wirklich gereist sind und auch Adelaide an sich einfach nur eine Stadt wie die meisten anderen auch ist.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten Großstädte dieselben Eigenschaften haben, auch wenn der „Flair“ überall anders ist. Ehrlich gesagt, interessieren mich die großen Städte sowieso weniger, allerdings nicht so wenig, dass ich sie auslassen würde. Beispielsweise wurde uns Melbourne wärmstens empfohlen.

Nun ja wie dem auch sei, inzwischen sind wir in einer Kleinstadt, der Größe Bergneustadts ähnelnd, angekommen und arbeiten eine MENGE :)
Die Stadt schimpft sich Port Lincoln und hat sich national und auch international als großer Thunfischlieferant etabliert. Zu dem Zeitpunkt, als wir hier ankamen, sprich vor einem knappen Monat, wussten wir das allerdings noch nicht. Wir fanden die Stadt einfach schön und wollten was länger bleiben und nach Arbeit suchen.

Die Miete in kleineren Städten ist wesentlich geringer als in größeren, weswegen wir auch nach kleineren Ausschau gehalten hatten.
Wie wir hier hin gekommen sind?
Da will ich erstmal weit ausholen und an meinen letzten Blogeintrag im September anknüpfen, kurz vor meinem Flug. Ich hatte mich bei allen verabschiedet und bin einen Tag vor meinem Flug direkt von Ohakune an den internationalen Flughafen mit dem Bus gefahren, um dort die Nacht zu verbringen und den Flug um acht Uhr zu nehmen. Gesagt, getan, alles gut gelaufen, bis auf kleine Unannehmlichkeiten bei der Einreise, da die Behörden offensichtlich Probleme mit meinem Nachnamen bzw. mit dem Buchstaben „Ü“ hatten. Hat mich letztendlich einige Minuten warten und ein paar Nerven gekostet, aber, wie ihr seht, bin ich doch in Australien angekommen.
Es war schön, im Flugzeug noch ein letztes Mal über Neuseeland zu gucken und die schönen Erinnerungen an den Orten hängen zu lassen.
Lukas hat mich dann freundlicherweise vom Flughafen abgeholt und mir ein wenig von seiner Reise erzählt. Daraufhin haben wir zwei Nächte im Hostel geschlafen, nur um in dieser kurzen Zeitspanne heldenhaft den gesamten Papierkram zu erledigen und EIN AUTO ZU KAUFEN !
Klingt doch unmöglich in nur zwei Tagen ein ordentliches Gefährt zu kaufen oder?
Aber ihr kennt uns, wir sind die Sache schnurstracks und nüchtern angegangen und hatten glücklicherweise nach nur einem Tag ein Geschenk der Automobilindustrie in den Händen … Nun ja genauer gesagt, den Schlüssel dazu. (Um Geld zu sparen, hatten wir auch direkt im Auto geschlafen, später ein Bett so rein gebaut, dass noch genügend Platz für Campingutensilien etc. im Kofferraum geblieben sind.)
Ein 4L Motor, 200 PS starken Ford Falcon Kombi, dessen geringe Laufleistung und üppige Ausstattung uns von dem Kauf überzeugt hatten. Seitdem cruisen wir mit Julius, dem weißen Ross, durch die Weltgeschichte.
Allerdings hat es uns aber noch ganze 2 Wochen gekostet, bis wir den Papierkram (Steuernummer, Bankkonto und Registrierung fürs Auto) und den reise tauglichen Autoumbau erledigt hatten und eine weitere Woche wegen eines Jobs.
Dazwischen haben wir noch meinen 21. ein wenig gefeiert, aber da es uns ein wenig an Geld mangelte, haben wir nichts Großartiges machen können. Es war aber trotzdem ein schöner Tag.
Nachdem wir den Job nicht bekommen hatten und uns Adelaide mächtig auf den Sack ging, hatten wir entschieden, die Stadt einfach auf gut Glück zu verlassen, egal wohin. Wir sind dann von Adelaide aus in den Norden an der Küsten entlang gefahren und haben versucht, uns überall nach Jobs umzuhören. Leider meistens Fehlanzeige … Wir waren nun also schon gute 1000 Km gefahren, nur um dann in Port Lincoln zu landen und einfach dort zu bleiben, und flächendeckend nach Jobs zu fragen. Unter Anderem waren wir dort an ein einem Café hängen geblieben, in dem wir einige Tage Arbeit bekommen haben und außerdem hatten wir uns in einem riesigen Unternehmen namens „Viterra“ beworben, die zu dem Zeitpunkt auch händeringend nach Arbeitern gesucht hatten, denn momentan fährt in South Australia die Getreideernte hoch, der wirtschaftliche Eckpfeiler des Unternehmens.
Nachdem wir also durch einen Medizincheck und sicherheitsbedingte Einführung mussten, konnten wir nach weiteren zwei Wochen des elendiglichen Wartens bei Viterra unserem ersten Job in Australien nachgehen!
Inzwischen haben wir schon fast zwei Wochen Arbeit hinter uns, wobei wir auch für einige Tage in eine Outbackähnliche Kleinststadt, drei Stunden Autofahrt nördlich von Port Lincoln, mussten, um dort unter sengender Sonne und 40 Grad beim Getreidebunker versiegeln zu helfen.
Letztendlich muss man festhalten, dass wir echt gut Geld verdienen, da wir eine Menge Arbeitsstunden in der Woche bekommen, welche normalerweise in ruhigen Zeiten bei 40 Stunden die Woche und in der nun kommenden Hochsaison bis zu 70 Stunden die Woche liegt. Die Saison läuft von Oktober bis Februar, nebenbei bemerkt.
Die Arbeit in den Silos hier in Port Lincoln ist nebenbei relativ vielfältig für einen saisonalen Job. Es geht über Putzen bis hin zu Maschinenbedienung und Getreidekontrolle und -lagerung. Meiner Meinung nach kann man den Job gut drei Monate durchhalten, da auch die Arbeitskollegen cool drauf sind! :)

Ach ja, wir wohnen für die Zeit, die wir in Port Lincoln arbeiten, mit einem pensionierten Baumeister in einem von ihm selbst gebauten Haus, welches fast vollständig autark geführt und mit Fotovoltaik, eigenem Obst- und Gemüsegarten und Regenwasserversorgung ausgestattet ist. Dadurch gestaltet sich der Mietpreis auch äußerst gering.

Letztes Wochenende ist uns allerdings etwas wirklich unangenehmes und blödes passiert ...
Wir waren zum ersten mal mit unseren Arbeitskollegen aus zum Feiern und ich hatte den Verantwortung für das Auto, sprich den Schlüssel mit mir. Den hatte ich auch den ganzen Abend schön in meiner Hosentasche und habe eigentlich immer darauf aufgepasst, wie auf meinen Augapfel ... Nur hat es sich dann so zugetragen, dass ich leider einer inneren Eingebung folgend den Schlüssel von der Hosentasche in die Jackentasche verlagert habe. Eine brand neue Jacke, deren Taschennaht gerissen war. Musste ich dann schmerzlichst am Ausgang des Clubs feststellen. Nun ja, wie dem auch sei, hat uns das Problem letzten Endes einen Wochenlohn gekostet ... sprich eine sehr teuere Nacht ... :D

Also wir melden uns spätestens, sobald wir unseren Job beenden (Januar) oder wenn wieder mal was interesantes passiert ... beim Arbeiten eher weniger ... :D


Bis dahin liebe Leuts!

Euer Lukas und Ricardo auf Weltreise :)

Anbei ein wenig Fotomaterial! :)

Julius, das weiße Ross! So wurde der gute getauft, hier noch jungfräulich am ersten Tag des Kaufs Einer der ersten Lipson Cove, Ostküste der Eyre Peninsula, der Zipfel Land westl. von Adelaide :) Im Hintergrund Port Lincoln ... Man beachte die drei Pelikane ! :D Lincoln National Park :) :) Erste Echsenbegegnung ... Im Angriffsmodus! :D

Der letzte Eintrag aus einem Land, das mich zutiefst prägt ... Es ist Zeit

Samstag, 07.09.2013

Ein letztes Hallo aus dem Wunderort Neuseeland an euch

Ich melde mich nach einem Monat Blogtechnischer Verschollenheit nochmal. Ehrlich gesagt, war es mir in den vergangenen Wochen nicht wirklich nach Blogeintrag schreiben. Ich habe mich öfters seltsam gefühlslos und leer gefühlt, nach der mehr als bescheidenen Gesamtsituation zuhause ... Ich habe in der letzten Zeit gelernt, in der Welt eine verschleiernde Maske zu tragen, was es allen Unbekannten nur erlaubt, oberflächlich über meine Gefühle zu urteilen.
Wie auch immer, ich zieh mein Ding hier weiter durch, ihr kennt mich, ich komm zurecht ... ;)
Neuseeland ist nun endgültig abgeschlossen und nachdem ich mir in einer freien Minute nochmal einen Teil meiner Bilder angesehen habe, ist mir am Ende dieser unglaublichen Reise schlagartig bewusst geworden, wie viel ich erlebt, durchgemacht, gelacht und auch geweint habe. Es ist nun Zeit den Blick nach vorne zu richten, die Vergangenheit zu reflektieren, die schönen Erinnerungen im Gedächtnis behalten, die traurigen ruhen zu lassen. Letztendlich bleibt mir nur eines resümieren: Wenn ich gefragt würde, ob ich lieber den Flug vom 4.12.12 nicht wahrgenommen hätte, würde ich klipp und klar mit nein antworten, auch wenn ich einiges dafür aufgeben musste. Alles, was ich in den inzwischen über 270 Tagen Auslandsaufenthalt erlebt habe, kann mir niemand mehr nehmen. Und ist es nicht das, was zählt? :)

Ich möchte in diesem Eintrag noch einige meiner schönsten Fotos  meiner Reise mit euch teilen. Seid gespannt, es ist noch einiges Potenzial nach oben :)


Es steht also fest, nachdem ich das Visum letztens bestätigt bekommen habe, habe ich direkt den Flug nach Adelaide gebucht. Ich fliege am 16.09 von Auckland um 8 Uhr morgens Ortszeit rüber. Danach wollten lukas und ich uns ein Auto kaufen und wir hatten überlegt unsere Blogs zusammen zu legen, um nicht ständig doppelt dun dreifach dasselbe schreiben zu müssen.

Nun ja, also zu meinen letzten Wochen hier lässt sich nicht allzu viel sagen, da ich, oh Wunder, ständig arbeite. Durchschnittlich habe ich so 40-50 Stunden Wochen, die sich aus 14 wöchentlich festen Stunden Arbeit für Unterkunft im Motel und zwischen 25-35 Stunden in dem Restaurant zusammensetzen.
Desweiteren habe ich es als ein Segen empfunden, dass sich in der Stadt kaum Deutsche befinden, genauer gesagt, habe ich in 4 Monaten Ohakune nur 3 Deutsche kennen gelernt. Insofern habe ich dann auch eigentlich 4 Monate lang so gut wie gar kein Deutsch geredet (Klar, mit der Familie zuhause, aber das auch nur ein Mal in der Woche). Das habe ich sehr zu schätzen gelernt.
Die Arbeit im Restaurant macht mir auch wirklich Spaß. Klar gab es auch mal Differenzen im Restaurant, aber alles in allem bin ich froh, die Erfahrung mitgenommen zu haben. Außerdem gint es ja dann noch die Referenz vom Arbeitgeber, womit es mir wesentlich leichter fallen sollte, einen Job in Australien zu finden ... hoffentlich .. und sonst geht's halt zu einem anderen Job, wieder dazu lernen :)
Inzwischen in ich auch stolzer Besitzer eines Skigebiet Saisonpasses und war schon einige mal oben auf dem Berg. Man kann das Ski fahren dort eigentlich kaum mit dem in Europa vergleichen, dafür sind die Konditionen der europäischen Alpen einfach zu gut. Neuseeland kann da überhaupt nicht mithalten. Aber letzendlich macht es doch Spaß, die Pisten zu cruisen und die wahnsinnige Aussicht zu genießen.
Als meine Familie mir Anfang Juli ein Paket zukommen lassen hat, war unter anderem auch eine GoPro ähnliche Mini Kamera dabei, mit der ich auf dem Ruapehu einige Videos von der alpinen Abfahrt gemacht habe. Allerdings sind die Videos aufgrund der Qualität viel zu groß, um sie hier hochzuladen. Deswegen veröffentliche ich sie eventuell auf YouTube (Link kommt dann noch auf Facebook).
Desweiteren bin ich auch weiterhin so gut es geht und die Zeit es zulässt sportlich aktiv und möchte versuchen, dies auch die nächste Zeit weiterzuführen. Denn es ist ein wichtiger Bestandteil meines Gemütszustands, der mich glücklich macht ;)

Ein weiteres letztes Highlight der Neuseeland Erfahrung, habe ich vor einigen Tagen erlebt, nachdem ich mit meinen Arbeitskollegen ins Skigebiet gefahren bin und wir zusammen den Gipfel des Ruapehu mit dem vollen Equipment erklommen haben.
Ein sehr anstrengender, und in zweierlei Hinsicht atemberaubender Weg, dessen einstündige Erklimmung und Abfahrt einiges an Können und Ausdauer fordert.
Dass sich die Strapazen allerdings gelohnt haben, das stand für mich auf dem Gipfel des Berges völlig außer Frage, denn solche landschaftlichen Eindrücke kennt man sonst nur aus "National Geographic" oder sonstigen Dokumentationen. Ich habe euch einige Fotos davon angehangen, überzeugt euch selbst! :)

Was mir hier in der Stadt allerdings besonders gut gefallen hat, muss ich letztendlich zugeben, ist, dass sich jeder irgendwo her kennt und man so schnell die halbe Stadt kennen lernt.Also wenn man dann mal nur eben zum Einkaufen in die Stadt geht, sieht man immer jemandem, mit dem man quatschen kann.

Ich werde momentan von einer Erkältung gebeutelt, aber es ist ja nicht mehr solange, bis es dann wieder in die Wärme (hoffentlich) geht. Apropos Wärme, ich habe vor nen paar Tagen meine einzige Jacke verloren, ich hoffe, dass ich bald wiederfinden werde. Andernfalls, werde ich mir Wohl oder Übel eine Neue in Australien holen müssen ...
Derzeit bin ich auch mit Rucksack packen, überflüssige Sachen verkaufen und Vorbereitungen beschäftigt.
Es gibt leider wirklich nicht mehr allzu viel zu erzählen an dieser Stelle, deswegen lasse ich nun zum Abschied dieser großartigen Reise Bilder sprechen.

Eines möchte ich allerdings noch loswerden, eine direkte Ansprache sozusagen an Aoteoroa, das Land der langen weißen Wolke:
Ich bin mir sicher, dass ich dich nie vergessen werde und du mit all deinen natürlichen und gesellschaftlichen Eindrücken für immer in meinem Gedächtnis verankert sein wirst.
An großes Dankeschön, an alle, die mir diese Reise ermöglicht haben und die sie zu dem gemacht haben, was sie letztendlich geworden ist.
Danke, liebe Familie, Verwandten und Bekannten, Danke an meine Freunde Zuhause, dass ihr sooft an mich gedacht habt, und immer noch nach mir fragt, obwohl ich mich 2 Wochen nicht gemeldet habe.
Danke auch an all die wundervollen Menschen ungeachtet welcher Nation, ob Kiwi, Engländer, Franzosen, Tschechen, Niederländer, Australier, Belgier, Italiener, etc.etc., die ich kennen lernen durfte und deren Kontakt ich solange wie möglich aufrecht zu erhalten versuche.
Diese interkulturellen Begegnungen haben aus mir einen anderen Menschen gemacht, da wir unsere Erfahrungen teilen und dadurch wachsen und lernen! :)

Auf geht's ins Land der Kängurus und der "Milch und des Honigs", wie es mir arbeitstechnisch nahe gelegt wurde :)

Ich melde mich dann vor Ort in Adelaide wieder, wenn alles gut läuft! :)

Bis dahin und nur das Beste mit dem letzten Eintrag aus meinem Neuseeland-Blog, den ich wohl bald in einen Weltreisen-Blog umtaufen muss! :)

Euer Ricardo

Küche meiner Wohnung Wo ich drei Monate lang gehaust habe ... :) ... und zwar in diesem Motel, links unten mit dem offenen Fenster ist mein Raum

P.S.: Die anderen Bilder sind von einer anderen Kamera aufgenommen worden, sodass sie zu groß waren, um sie auf auslandsblog.de hochzuladen. Siehe Facebook! :)

Ich widme nur dir diesen Eintrag

Dienstag, 09.07.2013

Hallo mein lieber Onkel,

Da uns 8 Monate lang fast 20.000 Km voneinder getrennt haben und ich nicht wirklich viel Kontakt mit dir haben konnte, möchte ich diesen Blogeintrag ganz dir und zu deinen Ehren widmen.
Denn du bist ein Teil in meinem Abenteuer, auch wenn du am Montag morgen so plötzlich und unerwartet von uns gegangen bist. Du bist für mich in diesen dunklen Tagen, in denen ich sooft von der Trauer überwältigt wurde, das einzige, woran ich denken kann.

Auch wenn wir nicht immer viel Kontakt hatten, ich bin mir sicher, du bist immer und wärest auch immer für mich da gewesen. Ich denke dabei viel an die Zeit, die wir zusammen mit unserer Familie verbracht haben, denn wenn wir uns gesehen haben, dann meistens auf Familientreffen. Ich werde dich diesbezüglich immer als einen sehr sozialen, humorvollen und liebevollen Vater in Erinnerung halten, der immer für einen Spass mit den Kindern bereit war. Zum Beispiel habe ich dein Engagement für das Holzpferd der Kinder sehr bewundert und es ist ein weiteres Merkmal deiner Hingabe zu deinem Nachwuchs. Außerdem werde ich dein einzigartiges Lachen sehr vermissen, das mir jetzt im Kopf herum geht, wenn ich an dich denke. Dass dies alles nun nicht mehr sein soll, kann ich beim besten Willen nicht glauben. Es kommt mir wie ein schlimmer Alptraum vor, dass ich soweit von zuhause weg bin, dich seit so langer Zeit nicht mehr sehen konnte und es mir auch nicht vergönnt ist, dies nochmal zu tun.

Als ich mich auf Reisen begeben und mich bei jedem verabschiedet hatte, war ich mir der Gefahr schmerzlich bewusst, dass jemandem aus der Familie etwas Schlimmes passieren könnte während ich noch im Ausland bin. Dass dieser Fall nun engetreten ist, ist wie ein Schlag ins Gesicht.

Trotzdem möchte ich mich gerne bei dir verabschieden, da ich auf deiner Beerdigung nicht da sein kann und somit keinen gebührenden wirklichen Abschied nehmen kann. Es ist unerträglich für mich, dir gefühlt so nahe zu sein, wo du doch so weit weg bist. Ich sehe mich nämlich manchmal ein wenig in dir. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich eines Tages ganz unverhofft mit meinem Motorrad vor eurer Tür stand, nur um Hallo zu sagen und euch zu sehen. Wie viel ich dafür geben würde diese Möglichkeit nochmal wahrnehmen zu können. Wie in vielen unserer Konversationen drehte sich das Thema letztendlich ums Motorrad (-fahren). So auch dieses Mal. Genau wie für meinen Papa und mich, so ist das Motorrad fahren ein Stück deiner Persönlichkeit. Es zeichet dich aus, es prägt dich, es ist eine Leidenschaft, es ist Teil von uns. Ich denke oft über die Gefahren des Motoradfahrens nach, doch wenn ich mich mal wieder "auf den Bock schwinge", dann verfliegen die Sorgen und die gesamte Konzentration liegt auf der Beherrschung der Maschine. Ich bin überzeugt, dass es bei dir nicht anders war und es ist wahnsinn, dass nur dieser eine kleine Moment über dein Schicksal entscheidet. Es war nicht deine Schuld, nicht dein Fehler und trotzdem musstest du mit deinem Leben bezahlen. Die unerträglich quälende Frage "Warum?" stellt sich, aber so hart es auch klingen mag, es bringt mich nicht weiter, darüber nachzugrübeln, denn man kann es nicht mehr ändern. Nein, es schmerzt mich neben aller vergeblicher Grübelei zutiefst, denn das Pech trifft sooft die guten Menschen, die es am wenigsten treffen sollte.
Vielmehr versuche ich mich mit den schönen Erinnerungen an dich zu beschäftigen, auch wenn es mir schwer fällt.
Es ist schwer für mich, schwer für Mama und Papa, schwer für Oma und Opa, aber nichts im Vergleich zu dem, was meine Tante und Cousinen erleiden müssen. Ich möchte euch hierbei auf gar keinen Fall vernachlässigen. Ich kann nicht aufhören, an euch zu denken, euch zu vermissen und ich bin unglaublich traurig, euch alle nicht mal ordentlich drücken zu können in diesen dunklen Stunden.
Bitte vergesst nicht, dass ich, auch wenn ich auf der anderen Seite der Welt bin, immer für euch da bin. Besonders nun ist das wichtig.
Ich möchte dir und der Familie letztendlich noch versichern, dass ich mir bewusst bin, dass ich der älteste der nächsten Generation bin und dass ich alles geben werden, mit  meiner Erfahrung, meinen Cousinen im Leben zu helfen und ein guter Cousin zu sein.

Das Leben scheint mich seit geraumer Zeit nur all zu sehr auf die Probe zu stellen, womit ich dir aber keinesfalls einen Vorwurf machen will. Denn es war eine unglückliche Reihe von Zufällen, die zu deinem Tod geführt hat. Man könnte nun wieder "hätte, wäre, wenn und aber" sagen, aber im Endeffekt hat das alles keinen Sinn. Es ist, wie es ist, so hart das auch klingt.

"Nimm dir Zeit für deine Familie, bevor die Zeit deine Familie nimmt".

Vielen, vielen Dank für alles, was du für mich als Freund und Onkel getan hast. Ich werde es nie vergessen und dich immer in meinem Herz und Geist in guter Erinnerung halten, denn das ist das Mindeste, was du verdient hast.

In tiefer Trauer

Dein Neffe Ricardo

... :)

Weiter den Kopf oben halten und auf Australien freuen

Donnerstag, 04.07.2013

 

Hallo an alle da draußen, fernab von mir!

Ich melde mich nochmal aus dem Land der langen Wolke, in dem inzwischen merklich der Winter Einzug nimmt.

Wie ihr sicherlich in meinem letzten Eintrag verfolgt habt, geht es mir seit geraumer Zeit nicht so klasse, auf Grund persönlicher, familiärer und gesundheitlicher Probleme. Da ich nun den nächsten Monate mit arbeiten verbringen muss, um mir den erweiterten Auslandsaufenthalt finanzieren zu können, wird es wohl eventuell gegebenfalls auch mit den Blogeinträgen weniger spannend … Wobei ich weiterhin versuchen werde, das Erlebte so prickelnd und anschaulich wie möglich rüber zu bringen und euch die Gründe für meine Entscheidungen dar zu legen.

Also nachdem ich den Job im Skigebiet nicht bekommen hatte, habe ich mich intensivst auf Jobsuche begeben, wobei nicht mehr als ein Teilzeit Job für den Winter in einem Motel raus gekommen ist. Auch zahlreiche Bewerbungen haben bislang keinen Erfolg, geschweige denn Rückmeldung gebracht ( Das erinnert mich verdammt an die Zeit nach dem Abi in Deutschland, als ich vergeblich nach einem Job gesucht habe). Aber ich gebe nicht auf, das wäre ja Schwachsinn!
Also hieß es weiter bewerben,bewerben,bewerben … Vor einigen Wochen habe ich dann den Vertrag in dem Motel Unterschrieben, um dort den Winter zu arbeiten und gleichzeitig noch nach was anderem suchen. Ich hatte da so an ein Restaurant oder Bar gedacht, um die Abendstunden zu füllen.
Einen Tag später erhielt ich eine Mail von jemand, bei dem ich mich beworben hatte, dass die Firma im Moment Mitarbeiter sucht und ich in 10 min. anfangen könne. Also schnell die sieben Sachen gepackt, von allen verabschiedet und ohne jegliche Ahnung, was mich erwartet, auf den Weg gemacht.

Um etwas ungemein Wichtiges hinzu zu fügen: Vor einigen Wochen war in der kleinen Stadt hier das lokal-spezifische „Karotten-Karneval“, da die Region im Sommer vom Anbau der Karotten und im Winter vom Skigbiet lebt. Ohne es zu wissen, sollte dieser Fakt einen weiteren Teil in meinem Abenteuer spielen ...
So viel war mir über den Job bekannt: Es würde auf einer Farm/Fabrik sein, die sich auf Karotten und Kartoffeln spezialisiert hat und ich würde eine 50 Stunden Woche haben. Schön und gut, um so mehr Geld kann man ja in dem Zeitraum verdienen. Sehr angenehmer Zusatz: Ich konnte auch auf der Farm übernachten, da einige andere Backpacker dasselbe Problem wie ich haben: Kein Auto, also unmöglich zur Farm zu kommen. Dafür standen uns also 4 gemütlich-kleine „Bungalows“ à 2-3 Personen zur Verfügung.
Der erster Tag war dann dementsprechend hart und vor allem unglaublich stressig. Zu der Zeit war die Fabrik offensichtlich mehr als unterbesetzt und der Chef schien keinerlei Anstalt zu machen, die Produktion ein wenig herunter zu fahren. Es kam mir vor, als würden wir so schnell arbeiten, wie mit doppelter Besetzung nicht. Nun ja, so ging es dann die ersten 3-4 Tage. Meine Aufgabe war es 10-20 Kg Kartoffel-/Karottensäcke von der Maschine auf die Palette zu schleppen. Ich weiß, nicht der spannendste Job, aber ähnlich der Arbeit bei AS Crèation. Also die alte Leier.
Letztendlich hatte ich ein gutes Team, was die Arbeit um einiges erleichtert hat und den Tag schneller hat vergehen lassen, sodass die zwei Wochen Karotten- und Kartoffelterror rasant verflogen waren. Zwischen durch waren wir auch noch an einem der größten Flüsse NZs angeln, dem Wanganui River (siehe Foto), wobei wir aber leider nichts an Land ziehen konnten.

Nachdem ich also den Job in der Stadt schon angenommen hatte, war ich gezwungen zurück zu kommen. Allerdings war ich aber auch froh wieder unter verschiedenen Menschen zu sein.
Also habe ich direkt einen Tag nachdem ich den Karottenjob beendet hatte, in dem Motel angefangen zu cleanen. Langweilig, aber immerhin ein Job. Nach dem ersten Tag dort, hatte ich mich unverhofft auf den Weg gemacht, noch nach anderen Jobs zu suchen und war unerwarteterweise erfolgreich in einem Cafè/Restaurant/Bar. Also am nächsten Tag probearbeiten und es hat ne Menge Spaß gemacht.
Nun kam allerdings das Problem auf, dass sich die zwei Jobs zeitlich in den Weg kamen, sodass ich mich für einen der beiden entscheiden musste. Diese Entscheidung fiel mir dann alles andere als schwer, denn in dem Cafè habe ich mehr Abwechslung und das allerbeste daran ist, dass ich zum Barista ausgebildet werde :) Sprich ich lerne, wie man die verschiedenen Kaffee Sorten gut zubereitet. Das hat den großen Vorteil, dass ich mit einigen Monaten Erfahrung im Barista Geschäft nach Australien komme, wo sie Hände ringend nach Baristas suchen und einen Haufen Geld an diese bezahlen.
Insofern freue ich mich wirklich auf die Cafè Arbeit. Morgens werde ich dann den Kaffee vorbereiten und Counterwork machen (am Tresen) und abends Kellnern und generell aushelfen. Nebenbei lerne ich auch noch eine Menge über Wein, Essen und natürlich die englische Sprache. Ich bin froh, dass es ein Full time Job ist,damit ich meine laufenden Kosten abdecken kann und nebenbei noch ein wenig für Australien sparen kann.

Es gibt nur noch ein großes Problem, das es schnellstmöglich ab zu decken gilt: Eine geeignete Wohnung oder Raum für den Winter und das gestaltet sich mehr als schwierig, da der Wohnungsraum in diesem Jahr gekürzt wurde (warum auch immer?!). Normalerweise mieten meine Vorgesetzten im Cafè immer eine Wohnung fürs Personal, aber dieses Jahr bin ich der einzige im Team, der nicht bei seinen Eltern wohnt, im Van schläft oder bei Bekannten lebt. Also ziemlich blöd. Solange muss ich im Backpacker bleiben, was teuer und unangenehm ist, wenn man Ruhe zum Schlafen braucht.
Aber ich bin da zuversichtlich, bzw. muss ich sein. ;)
Außerdem habe ich mich in dem lokalen Fitnessstudio angemeldet, um in den 2-3 Monaten regelmäßig Sport zu treiben und die Gelenkprobleme in den Griff zu bekommen ... Ist zwar nicht das größte Fitnessstudio, aber besser als nichts! :)

Ich beantrage mein australisches Working Holiday Visum in den nächsten Tagen und auch der Flug von Auckland nach Adelaide wird demnächst gebucht. Ihr seht, vieles steht vor der Vollendung: Mein dann 10-monatiger Neuseeland Aufenthalt, die Erfahrung, ein Land ohne Auto zu bereisen und dann bald auch mein 20.Lebensjahr. Ich denke, ich möchte ich noch vor meinem 21. Geburtstag nach Australien und ihn dort verbringen.

Ihr seht, es geht berauf. Und keine geringere als meine Mama pflegt immer zu sagen, dass man sich ohne Regen auch nicht auf die Sonne freuen kann. Dieser Spruch bewahrheitet sich einmal mehr und ich musste mich sowieso darauf einstellen, dass es in so einer langen Zeit nicht nur berauf gehen kann. Wir Menschen sind nunmal so gestrickt, dass wir uns verstärkt auf negative Eindrücke und Ereignisse fokussieren, dabei aber die schönen Momente total vernachlässigen. Und davon hatte ich die ersten vier Monate meiner Reise eine Menge! :) Und ich bin zuversichtlich, dass diese Momente, in denen man realisiert, wie geil diese Welt ist, wiederkommen.
Ich freue ich auch riesig, nach 10 Monaten ein bekanntes Gesicht wieder zu sehen und bin gespannt, wie Lukas und ich das Reisen in Australien miteinander aushalten. Das wird nochmal ein neues Kapitel und Abenteuer, das es zu bewältigen gilt, denn aus Erfahrung kann ich sagen, dass man ein gut eingespieltes Team sein muss, wenn man sich jeden Tag sieht und miteinander abhängt.
An dieser Stelle fallen mir zwei inzwischen wirklich gute Freunde (Julian und Leo) ein, die ich während meiner Reise kennen gelernt habe und die ich für ihr gemeinsames Reisen bewundere. Es ist nämlich, wie gesagt, alles andere als einfach, zu zweit zu reisen.
Ich komme euch in Deutschland auf jeden Fall mal besuchen! :)

So genug rum gelabert.

Hier hänge ich euch, wie immer, noch ein paar Bilder des vergangenen Monats an, wobei ich ehrlich gestehen muss, dass ich in den letzten Wochen kaum bis gar keine Bilder geschossen habe.

Also ich wünsche euch nur das Beste hier noch aus Neuseeland und ich melde mich auf jeden Fall noch mindestens ein letztes Mal aus dem Land der langen weißen Wolke, bevor es "Down Under" Teil 2 geht :)

Bis bald und liebe Grüße,

Euer Ricardo

Mt. Ruapehu, Turoa Skigebiet voraus, allerdings liegt jetzt gerade dort ca. 3mal so viel Schnee Blick vom Lift in Richtung Mt. Taranaki an der Westküste (ca. 250 Km weg). Schaut genau hin, man sieht ihn Die Fabrik von Innen Jaaaa, alles voller Karotten ... Die Menge sind wir an einem Tag gefahren ... Blick von der Farm auf den Ruapehu (rechts) und in weiter Ferne der Ngauruhoe :) Die Bungalows Und zu guter letzt der Wanganui River nach heftigen Regenfällen ;)

Ups and downs - Wie es das Leben eben will ... Geht es so weiter?

Mittwoch, 29.05.2013

Nen schönen Tag auch, liebe Leser!

Ich melde mich wieder, nachdem ich das Vorstellungsgesrpäch fürs Skigebiet hinter mich gebracht habe und jetzt auf weitere Jobsuche angewiesen bin und eine weitere Planung machen muss.

Also alles kam so:

Ich hatte mich auf den weiten Weg von der Südinsel über Kaikoura, Picton und Wellington bis zur Mitte der Nordinsel gemacht, etliche Kosten in Kauf genommen, um dem Vorstellungsgespräch beiwohnen zu können. Sprich, ich hatte mich echt darauf gefreut, mein allererstes echtes "Interview" in Englisch halten zu müssen. Gewissenhaft, wie ich in diesen Angelegeheiten bin, habe ich mich entsprechend mit Informationen über das Unternehmen, Unternehmensstrategien und und und zugemüllt. Letztendlich habe ich relativ viel über meine gegenüber gewusst und mich dementsprechend sicher gefühlt.
Als ich dann in dem kleinen Kaff namens Ohakune angekommen bin, war ich umso mehr aufgeregt, da ich schon die meisten im Bus schon kennen gelernt und erfahren hatte, dass 90% von ihnen auch wegen dem Job in das Dorf gekommen sind (warum auch sonst?! :D).

Nun ja, also eine Nacht darüber geschlafen und am nächsten Tag war es dann um 15;20 soweit. Mein Vorgesetzter war ein Maori von (Unglaublicherweise, da sonst immer uberdimensioniert und kräftig) mir ähnlicher Statur. Der erste Eindruck war auch echt gut und ich bin mir sicher, dass ich mich auch gut präsentiert habe, allerdings war wohl doch irgendwas nicht nach deren Vorstellung, wie ich eine Woche später schmerzlich  herausfinden musste. Bis dahin ging es mir wirklich blendend und ich war städig hochmotiviert, auch wenn ich ständig Knie- und Schulterprobleme habe.

Habe dann auch direkt im Hostel gefragt, ob ich nicht für Unterkunft arbeiten könnte, um in der Stadt zu bleiben für Eventualitäten. Im Hostel konnte ich dann für 3 Wochen arbeiten, die 4. musste ich dann allerdings vergünstigt bezahlen. Währenddessen bin ich viel Fahrrad gefahren und habe in der "Stadt" nach Jobs gefragt. Der einzige Lichtblick in der Richtung war, dass ich am 8.6. bei einem großen Hotel mit Restaurant und Bar probearbeiten kann. Mal schauen, was das gibt.


Inzwischen geht es mir verdammt schlecht, bin an dem absoluten Tiefpunkt meiner Reise angekommen. Seit dem Interview geht alles nur noch abwärts ... Job finden klappt nicht, ich muss ständig allein im Hostel rumhängen, Zuhause läuft es auch uberhaupt nicht, und dazu kommt noch, dass es mir so vorkommt, als wollten alle meine Gelenke momentan mir mit vereinter Kraft ins Hirn hämmern, nach hause zu fliegen. Ständig tut irgendeins oder mehrere weh und ich komme mir vor wie ein alter Sack ... ich weiß nicht, ob es letztendlich auch an meiner psychisch miserablen Situation liegt, aber im Moment fehlt das Reisefieber total. Lust- und antriebslos schleppe ich mich durch den Alltag und in dieser verdammten Stadt ist bis zum Winteranfang sowieso nichts los.
Ich bin immer kurz davor, alles hinzuschmeißen, aber ich denke immer noch, dass ich es sehr bereuen würde, wenn ich jetzt wieder nach hause gehen würde. Allerdings bin ich gezwungen, nach Hause zu fliegen, wenn meine gesundheitliche Situation sich nicht bessert. Ich kann es mir ja nicht städig erlauben hier zum Arzt zu gehen, da das verdammt teuer ist.
Es gibt noch so viel auf der Welt zu sehen und ich möchte in diesem so kurzen Leben so viel wie möglich davon sehen ...
Letztendlich hängt jetzt alles von meiner Gesundheit ab, weil noch einige Monate mit Schmerzen reisen, hätte überhaupt keinen Sinn.

Meinen Rückflug, den ich für den 31.5 gecancelt habe, ist noch bis zum 2.12.13 gültig und bis dahin kann ich problemlos von Neuseeland aus nach Hause fliegen. Sprich ich habe noch einige Zeit zu entscheiden, wie ich jetzt weiter vorgehe.

Ihr seht, das Reisen nicht immer (eigentlich nie) einfach ist und wenn man eines ganz sicher lernt in dieser Zeit, dann, dass man sich immer nur auf sich selbst verlassen kann.

Ich melde mich dann nochmal, sobald ich entschieden habe, wie oder ob es mit meiner Reise weiter geht oder nicht. Vielleicht bin ich momentan auch ein wenig voreingenommen in dieser Entscheidung, deswegen möchte ich noch ein wenig abwarten.

Hier noch ein paar beschriftete Fotos vom Dorf Ohakune, mit dem höchsten Berg der Nordinsel (Mt Ruapehu, knapp 2800m).

Bis bald,

euer Ricardo

Der erste Schnee in NZ, Blick aus meinem Zimmer Altes Eisenbahnviaduct in der Nähe von Ohakune. Jetzt Mountainbike Trail Hier das ganze Viadukt Mit Blick auf die Gleise der alten Eisenbahnstrecke Ein etwas älteres noch von der Südinsel. Hier in Kaikoura, an der Ostküste mit Blick auf die ersten Naaaa was ist das?! Richtig! Babyrobben an der Ostküste, nördlich von Kaikoura Letztes Foto, letztes Mal Südinsel! Ein mehr als gelunger, sonniger Abschied ...! :)

Planänderung, weiterhin die Reisefreiheit genießen und jung sein!

Samstag, 04.05.2013

Hey Ho Freunde! :)

Wie schon in der Überschrift verraten, habe ich die gesamte Planung für meinen halbjährigen Aufenthalt über den Haufen geworfen.
Ursprünglich waren 6 Monate Neuseeland geplant, danach ein Praktikum beim Aggerverband machen, eine Zeit lang arbeiten und dann studieren. Hört sich ja auch nicht schlecht an, aber nachdem mir mein Praktikumsplatz versagt worden ist, ich nach wie vor nicht weiß, was ich studieren soll (:D) und so ein hässlicher Pottvogel (Lukas Baeck) die glorreiche Idee hat nach Australien zu kommen, habe ich mich entschieden, Australien mit ihm zusammen durch zu ziehen und auf dem Heimweg noch Südostasien mitzunehmen! :) Mal sehen wie es läuft. Der ursprüngliche Rückflug vom 31.5.13 ist inzwischen schon "gecancelt" und wird umgebucht. Das schöne daran ist, dass ich bis zum 2.12.13 Zeit habe, mich zu entscheiden, ob ich mit dem Flug von Auckland wieder nach Hause fliegen will, oder aber ob ich Ihn ganz absage und ein Teil meines Geldes wieder bekomme.
Um den ganzen Spaß auch finanziell stemmen zu können, habe ich mich um einen der sehr begehrten Arbeitsplätze in verschiedenen Skiresorten beworben, um neben der Arbeit auch die Möglichkeit zu haben, nen bissl Sport zu betreiben. Ich hoffe, meine lädierten Knie machen den Spaß noch mit, muss nach dem Reisen unbedingt nochmal danach gucken lassen :D Jetzt habe dort bald meine Vorstellungsgespräche, bzw. mein Vorstellungsgespräch, da 3 von 5 Skigebiete schon abgesagt haben. Trotzdem hoffe ich auf ein positives Ergebnis, um während der Wintersaison zu arbeiten.
Desweiteren muss ich in Australien auf jeden Fall auch eine Zeit lang arbeiten, um das Geld fürs Reisen dort zu finanzieren. Geld verdienen kann man nach meinen Informationen sehr gut in Australien und ich habe mir überlegt, 2-3 Monate dort irgendwo zu arbeiten, mit dem verdienten Geld solange zu Reisen, wie es möglich ist, das Auto verkaufen und mit diesem Geld solange es reicht, Südostasien (Länder stehen noch nicht fest) mit Lukas zusammen zu bereisen.
So, ich weiß aber erst in 3-4 Wochen, ob ich diesen Plan verwirklichen kann. Das hängt nun allein vom Vorstellungsgespräch ab. Andernfalls werde ich eventuell was anderes suchen müssen oder doch gezwungenermaßen nach Hause kommen :D Ich werde mir da schon was einfallen lassen irgendwie ... Denn bis jetzt hat ja das meiste so ca. ungefähr ggf. geklappt, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Apropos arbeiten, das ist es auch, was ich die letzten Wochen gemacht habe, um mir das Geld für die Zeit bis zur Begin der Saison zu verdienen. Es war dementsprechend auch kaum was los bei mir in den letzten Tage, außer dass ich aus dem Hostel geflogen bin, weil die Hostelmanager keine Langzeitgäste erlauben. Nunja alles halb so wild! ;)

Was gibt es denn noch so Schönes zu erzählen?

Momentan befinde ich mich in der vom Erdbeben 2011 ziemlich zerstörten Stadt Christchurch, die immernoch (obwohl knapp 100.000 Menschen die Stadt nach dem Beben verlassen hatten) eine der größten Städte in NZ ist (Knappe 400.000 Einwohner, Stand 2012). Auf Grund der Zerstörung der Stadt gibt es im Bauwesen eine Menge Arbeit zu tun und ich habe 3 Wochen lang am Aufbau der Innenstadt mitgeholfen. (Putzen, Fegen, Rumtragen ... :D) Für mich geht es jetzt aber demnächst, wie gesagt, wieder auf die Nordinsel, es ist also nur noch eine Frage der Zeit, wann ich Chch verlasse.

Sonst ist leider nicht viel passiert. Außer zum Beispiel, dass ich immer wieder Grüße von Bekannten (u.a. auch Ex-Lehrer :) über die Familie bekomme und seltenst persönlich zurück grüßen kann.
Bitte um Entschuldigung an dieser Stelle . Ich habe vor, wenn ich wieder in meinem kleinen beschaulichen Bergneustadt bin, alle Grüßenden mal persönlich zu besuchen. Irgendwie :)

Ich habe mir überlegt, dass ich euch nochmal mit einigen bunt zusammen gewürfelten Eindrücken und Erfahrungen Neuseelands den Eintrag versüßen kann und mich dann vorerst wieder verabschiede. Ich werde mich dann allerdings melden, sobald ich genauer weiß, wann ich wieder zurück in Deutschland sein werde.

Vielen dank fürs Lesen und ein fröhliches Bis bald von mir aus Christchurch,

Euer Ricardo :)

Hollyford Track, Fiordlands. Was ein geiler Wasserfall, sogar mit Regenbogen  Zerstörte Kathedrale im Zentrum von Christchurch  Roy's Peak, Wanaka. Blick auf den Lake Wanaka, ein mehr als empfehlenswerter Walk! Lake Pukaki, an den Füßen des Mt. Cooks, Höchster Berg NZs. Im linken oberen Bildrand zu sehen :) Im Hintergrund die Mt. Cook Glacier Valley ... Das war alles mal unter Eis ! Campsite an der Südspitze der Südinsel. Schon was älter, aber war der Hammer! :)

Die wahnsinnigen Naturwunder in der Wunderwelt Neuseeland

Sonntag, 14.04.2013

Halli hallo liebe Mitleser! :)

 

Es ist mal wieder Zeit für meinen monatlichen „Rundumschlag-alles-auf-einmal-Blog“aus dem weit entfernten Neuseeland, welches nun Nachts seine winterlichen Temperaturen des Öfteren zeigt und was ich in letzter Zeit umso mehr zu spüren bekommen habe. Warum erkläre ich später! ;)

 

Ich muss nun an dieser Stelle wirklich zugeben, dass mir das Blog-Schreiben, ja sogar das Schreiben mit Familie und Freunden in letzter Zeit wirklich mehr als schwer gefallen ist, da ich unglaublich viel unterwegs gewesen bin, vor allem in Gebieten, ohne jegliche Zivilisation. Diese sind natürlich deswegen umso schöner und ich konnte es mal wieder aus vollen Zügen genießen, die Natur Neuseelands hautnah miterleben zu dürfen. Wirklich hautnah! … Ich habe die letzten Tage und Wochen kaum den Luxus einer Matratze, geschweige denn eines Bettes genießen dürfen, ich habe vielmehr die Zeltdecke anstarren und mir dabei verdammt nochmal oft den Ar*** abfrieren dürfen.

 

Nun ja, jetzt muss ich einmal mehr wieder den letzten Monat rekonstruieren, was auf der einen Seite nervig ist, auf der anderen aber Spaß macht, weil man die schönen Momente noch einmal reflektieren kann.

Also mein letzter Blogeintrag handelte ja davon, dass ich mich auf den Weg in den Abel Tasman Nationalpark begeben habe und ihr könnt beruhigt sein, ich bin davon auch wieder zurück! Nachdem ich also 2 Wochen davor gewwooft hatte, wurde es dann wieder Zeit zum Reisen.
Während ich mich vor einem Monat also noch an der warmen Nordspitze der Südinsel aufgehalten habe, befinde ich mich nun im äußersten (kühlen) Süden des Landes. Hier an der Südspitze Nzs bin ich auch nur noch knappe 2000 Km von der Antarktis entfernt, was sich, wie gesagt, des Öfteren in den Temperaturen widerspiegelt.

In der Zwischenzeit bin ich also knappe 800 Km (Luftlinie!!!) südlich gereist und den größten Teil davon getrampt, denn, um es mal ein dieser Stelle anzumerken, der Sommer war der Beste in NZ seit über 7-8 Jahren und bei gutem Wetter kann man am Besten „hitchen“.

Nach dem Nationalpark habe ich mich mit den Leuten, die ich an Weihnachten getroffen habe, in Motueka getroffen und noch einige Zeit verbracht. 2-3 Tage später (muss so um den 8.3 rum gewesen sein) bin ich dann sehr früh morgens aufgestanden (6:00), habe das Zelt in Eiseskälte abgebaut (habe beim Hostel gecampt, weils günstiger ist) und bin dann an der Westküste per Anhalter runtergefahren. Dabei bin ich an den Städten Westport und Greymouth vorbeigefahren und habe absichtlich einen großen Bogen um sie gemacht, da sie angeblich wirklich gar nichts sehenswertes haben. Deswegen hat der gute Mensch, der mich die Westküste mit runter genommen hat, in Hokitika abgesetzt, da dort zufälligerweise an diesem Wochenende ein für NZ berühmtes „Wildfood Festival“ stattgefunden hat. Vorher haben wir allerdings noch einen Stopp bei den sogenannten „Pancake Rocks“ eingelegt.

In Hokitika angekommen, habe ich wie sooft bei einem Hostel gecampt, um Geld zu sparen. Die Tage danach habe ich ein wenig gekränkelt, was wahrscheinlich zum einen daran lag, dass ich viel draußen geschlafen habe und vielleicht auch daran, dass ich in einem Gletscherfluss schwimmen war :D Jedenfalls waren meine Hostelmitbewohner allesamt voll korrekt und haben sich um mich gekümmert und mir gings nach ein paar Tagen schon wieder wesentlich besser, sodass ich auch zu dem berühmt-berüchigten „Wildfood Festival“ konnte.

Der ursprüngliche Eintrittspreis betrug $35 und dazu kamen noch die extra Kosten für die Speisen, die man verzehren wollte. Dazu gehörten neben Känguru, Krokodil und Möwe auch kleinere Snacks wie Grashüpfer (entw. Gebraten oder in Schokolade), lebendige Huhus (Riesenmade) und Pferdesperma :D. Ich habe von diesen kulinarischen Höhepunkten meiner Zeit hier allerdings nur die ersten beiden probiert und eine lokale Spezialität der Westküste, die sog. „Whitebaits“ (dt.: Weißköder). Whitebaits sind weiße, eher durchsichtig-milchige Jungfische, die in großen Schwärmen an der Westküste entlang schwimmen und dort in enormen Ausmaß erbeutet werden.

Mein Fazit: Krokodil war es auf jeden Fall wert gegessen zu werden, Känguru hat solala geschmeckt und die gestocktes Ei eingelegten Whitebaits waren unscheinbar und meiner Meinung nach mehr oder weniger geschmacklos. Jetzt aber das Highlight für den küchentechnisch extrem bewanderten Backpacker: Eine Flugshow! :) Ich muss an dieser Stelle anmerken, ohne beleidigend zu werden, dass die Show für mich wirklich das Highlight des Wildfood Festivals 2013 in Hokitika gewesen ist. Okay, genug gebrabbelt, weiter zum wesentlichen weiteren Verlauf der Reise.

 

Von Hokitika bin ich dann mit einer Frau aus NYC und einem norwegischen Mädchen weiter die Westküste runter bis zu 2 Gletschern, „Franz Josef“- und „Fox Glacier“ gefahren. Dort habe ich allerdings nur 2 Nächte verbracht, habe es aber trotzdem noch geschafft den Franz Josef Gletscher zu besteigen. Dafür war ich dann aber auch 8 Stunden am Wandern.

Danach sind wir zur wunderschönen und angenehm ruhigen Kleinstadt Wanaka aufgebrochen, die zwischen den Bergen an einem traumhaft schönen See gelegen ist. Wenn man mich fragen würde, welche Städte mir auf meiner Neuseeland Reise bisher am meisten zusagen, dann wäre Wanaka auf jeden Fall mit dabei. In Wanaka wurde es dann aber auch mal wieder dringend Zeit, sich von den Reisestrapazen zu erholen und ein wenig Frischluft zu tanken. Dafür gibt es auch kaum einen besseren Ort. Nachdem ich also einige Tage nicht mehr zustande gebracht hatte als faul am See zu liegen und zu lesen, habe ich ich einen Gletscher Walk gemacht, den Rob Roy's Glacier. Relativ einfach, dafür aber umso schöner.

Zu diesem Zeitpunkt standen bei mir nur noch 4 große Bereiche NZs auf der To do Liste:
Das war erstens der höchste Berg Neuseelands, der Mt. Cook mit 3700 und ein paar zerquetschten Metern, dessen Anmut kaum zu übertreffen sein soll. Zweitens, der gesamte Süden der Südinsel mit den Catlins und dem wunderschönen, fast unberührten Fiordland Nationalpark. Drittens, die mittlere und nördliche Ostküste Nzs mit Christchurch und Kaikoura (Whalewatching). Zu guter Letzt standen bzw. stehen immer noch einige Kleinigkeiten auf meinem Zettel.

Mein gut ausgearbeiteter Plan (nicht), war dann so früh wie möglich zum Mt. Cook hoch zu hitchen. Das wollte ich möglichst schnell erledigen, da ich dort campen musste und es immer kälter wird hier! Gesagt, getan: Am Morgen früh aufgestanden, an die Straße gestellt und Daumen raus. Nach 15 min. bin ich dann auch mitgenommen worden, aber nur bis zur nächsten Highway Kreuzung, sodass ich von dort aus weiter musste. Dort war allerdings weder eine Geschwindigkeitsbegrenzung noch eine echte Haltebucht, sodass niemand angehalten hat. Ich wollte mich schon mal mit dem Gedanken wild zu campen abfinden (Essen und trinken hatte ich dabei), aber dann habe ich mir gedacht, dass ich ja auch einfach Richtung Queenstown hitchen könnte. Queenstown ist allgemein sowohl als Nonplusultra des Tourismus und gleichzeitig als Partystadt in den Bergen (vor allem im Winter) bekannt. Da die Straße dorthin direkt gegenüber meiner lag und dort geschätzte 5000 Autos mehr pro Stunde gefahren sind, bin ich also rüber gewatschelt und musste nicht mal 5 Minuten warten, bis ich mitgenommen wurde.

Queenstown ist eine der wenigen Städte in Neuseeland, die wirklich pulsieren wie europäische Städte. Es ist nun vielleicht schwer für euch, sich das vorzustellen, aber selbst in Bergneustadt ist abends um 9 mehr los, als in so mancher „Großstadt“ in Neuseeland. Dafür glänzt dieser grüne schnuckelige Flecken Erde mit ganz anderen Reizen und deswegen ist man ja auch hier ;) Wie gesagt, Queenstown ist eine Stadt in der wirklich zu jedem Zeitpunkt Unmengen Menschen durch die Straßen rennen. Ich persönlich fand diese Abwechslung angenehm und auch Queenstown hat seine natürlichen Sehenswürdigkeiten.

In Queenstown habe ich Julian, Saskia, Ulli und Joeri kennen gelernt, mit denen ich dann einen der Great Walks, den sog. Routeburn Track, den ich unbedingt machen wollte, da er mir mehrfach wärmstens empfohlen worden war, gegangen bin. Zu eben diesem bin ich wahnsinnig kurzfristig aufgebrochen, da ich von den anderen abhängig war (Auto :P). Aus diesem Grund musste ich dann alle sozialen Kontakte in Deutschland ein wenig vernachlässigen → sorry dafür!

Den Routeburn haben wir, knallhart wie wir sind, in strömendem Regen gemacht, was zum Einen echt verdammt ekelig, anstrengend und wegen der stark eingeschränkten Sicht ärgerlich war, auf der anderen Seite lernt man aber dadurch auch das warme Bett im Hostel, beim Wwoofen oder sonst wo (Zuhause) wirklich zu schätzen! Unerwarteterweise hatten wir eine Nacht ca. 2cm Eis auf unseren Zelten und selbst in meinem guten Schlafsack (keine Ironie!!) war ein erholsamer Schlaf alles andere als möglich.

Zurück im Hostel konnte ich das auch umso mehr genießen. Zu diesem Zeitpunkt war auch ein Angler, dessen Angel ich mir glücklicherweise ausleihen durfte. im Haus und ich dachte mir, dass frisch gefangener Fisch doch mal eine willkommene Abwechslung zum Abendessen ist. Und Zack, wie ich es nun mal drauf habe, zwei wunderschöne Forellen gefangen, eine Zitrone geholt und dann die zwei in Mehl paniert und in die Pfanne geworfen (waren ausgenommen und die eine war ein Weibchen mit einer Menge Laich …). Angeln bewährt sich immer wieder, und ich ärger mich sehr oft, dass ich nicht den Platz habe eine Angel mit mir zu tragen.

Darauf hin habe ich mich mit den Routeburn-Leuten auf den Weg in den äußersten Süden der Südinsel, den sog. Catlins an der Ost- und die Fiordlands auf der Westküste. In dieser Woche war sehr viel campen angesagt und aus diesem Grund eine sehr billige Woche für mich. Sowohl in den Catlins als auch in den Fiordlands sind die Campsites mehr als wunderschön und naturbelassen. Die Städte haben wir absichtlich vermieden, dort waren wir meistens nur, um Essen für die nächsten Tage zu bekommen. Nachdem wir Queenstown verlassen und in Dunedin an der Ostküste angekommen waren, haben wir einen Zwischenstopp an einer der seltenen Albertrosskolonien eingelegt und diese riesigen Majestätischen Tiere bewundern dürfen, dessen maximale Flügelspannweite 3m beträgt und die nur an Steilklippen nisten können, da sie anders nicht gut zum Fliegen ansetzen können.

Während der Reise ist uns einmal beinahe das Benzin ausgegangen und zum allen Überfluss auch das Trink- bzw. Kochwasser. Und als wäre das noch nicht genug, bin ich an einem unschönen Tag in den Zelthering von jemandem gelaufen, welcher ziemlich tief zwischen Zeige- und Mittelzeh eingedrungen ist. Zuerst habe ich nur ein taubes Gefühl gehabt, aber als es dann relativ stark zu bluten angefangen hatte, habe ich einen Verband drum gemacht und seitdem immer wieder desinfiziert (Ein dickes Danke an Mami, dass sie mir das Spray noch in die Hand gedrückt hatte!).

Die Catlins waren zwar sehr schön, doch nicht so schön wie alle davon geschwärmt hatten, meiner Meinung nach. Das Fiordland war, ist und bleibt eines der unglaublichen natürlichen Wundern des Landes und bis jetzt, muss ich zugeben, dass ich wirklich von der Schönheit und Vollkommenheit der Natur des Fiordlands mehr als überwältigt war! Leider habe ich nur 4 Nächte dort verbringen können, sodass ich auf jeden Fall im Winter nochmal wieder kommen möchte!

Letztendlich bin ich dann wieder in Queenstown gelandet, habe da 2 Nächte verbracht und direkt weiter zur altbekannten und -geliebten Stadt Wanaka, wo ich einen Job finden wollte. Bin dann mal wieder länger in dieser wunderschönen Stadt verweilt, als ich eigentlich wollte. Habe mich auch überall beworben, wo geht und warte jetzt immer noch auf Zusagen. Es gab in Wanaka noch einen Walk, den ich unbedingt machen wollte, den Roy's Peak. Zum Glück bin ich dort auch hoch gewandert, denn die Aussicht ist mehr als unglaublich, wahnsinnig, enorm, krass GEIL! :) Das könnt ihr mir glauben.

Was mich auch mehr als begeistert hat, ist der höchste Berg Neuseelands, der Mt. Cook, welcher sich im Nordwesten der Southern Alps befindet und 3700m hoch ist. Nachdem ich beim letzten Versuch von Wanaka nach Omarama zu hitchen kläglich gescheitert bin, habe ich kurzerhand den Bus genommen und bin in einem Hostel mitten im nirgendwo auf Farmland gelandet. Von da aus waren es noch ca. 100 km zum Berg und ich war wie so oft auf andere angewiesen. Also habe ich 3 Tage gewartet, ob jemand ins Hostel eincheckt mit dem ich dort hinfahren kann. Das war unglücklicherweise nicht der Fall, also habe ich ein weiteres mal getrampt. Hat auch alles gut geklappt und bin letztendlich dann um 12 Uhr zum Bergsteigen aufgebrochen. Der Mount Cook ist einer der schönsten Berge, die ich bisher gesehen habe und das gesamte drumherum im Aoraki Nationalpark (Maori Name des Berges) ist atemberaubend. Allerdings habe ich dort campen müssen und wie schon im Intro des Blogs mir den Allerwertesten abgefroren. Es verhält sich nämlich so, dass es hier mittlerweile schon um 8 stockdunkel ist und man eh nichts mehr machen kann außer ins Zelt zu gehen und zu schlafen. Das habe ich dann auch versucht (war das erste mal so früh! :D), bin allerdings 5 mal die Nacht aufgewacht, weil ich vor Kälte nicht schlafen konnte :D.

So siehts also aus! :D ;)

Was meint ihr wie oft ich hier vor dem Blog gesessen habe und mir gewünscht habe, die vielen Eindrücke auf einem Foto mit euch zu teilen. Das ist nicht im Entferntesten möglich, genauso wie 50 Fotos hochladen, da es bei dem Neuseeländischen Internet ein halbes Jahr dauern würde...
Also bin ich wieder mal gezwungen, einzelne Fotos auszusuchen. Auf Facebook gibt es wie sooft ein persönliches Foto! :)

 

Ich versuche mich möglichst bald wieder zu melden, bin nun auf Arbeitssuche und habe dann vielleicht mehr Zeit, Fotos hochzuladen, mit euch zu schreiben oder einfach mal wieder zu entspannen und verdauen, was man alles erlebt hat die letzten Wochen.

 

Also bis bald meine Freunde, Bekannten, Verwandten! Ich vermisse euch sehr und freue mich euch bald wieder zu sehen! :)
  Der Franz Josef Glacier, guter Aufstieg gewesen! :) Mt. Aspiring Nationalpark :) Der einsame Wanderer ... Im wahrsten Sinne des Wortes ... Routeburn Track!!! :) Aussicht vom Routeburn Track in Richtung Fiordland! :) Der äußerste Südosten der Südinsel - Die Catlins Die majestätischen Fiordlands mit dem berühmten Milford Sound :)

Weiter dreht sich das Rad des Lebens ... SÜDINSEL! :)

Donnerstag, 28.02.2013

Boun giorno a tutti! Upps falsche Sprache, kommt hier schon öfter mal vor ;)
Also Hey there! How are you? :)

Ich muss ehrlich zugeben, dass in den letzten Tagen mal ausnahmsweise nicht ganz so viel passiert ist wie sonst, aber das hängt auch mit der Arbeit hier zusammen. In den 3 Monaten, die ich inzwischen hier verbracht habe, habe ich 2 inzwischen schon gearbeitet.
Allerdings ist das Arbeiten leider nicht so einfach wie in Deutschland, wo man bei Mami und Papi lebt, keine Unterkunft und kein Essen bezahlen muss, geschweige denn machen und obendrein noch zur Arbeit gefahren wird oder kein Spritgeld bezahlen muss ... Ja das waren noch Zeiten ;) Aber ich bin mir sicher, da ihr jetzt im Studium seid, kennt ihr diese Situation gut genug.
Also habe ich neben einer Woche in bezahlter Position Arbeit, fast 5 Wochen für Kost und Logis gearbeitet. Das hört sich jetzt für manche vielleicht an, als wäre das ja Schwachsinn sowas zu machen, aber diesen sei folgendes Rechenexempel bewusst: Man kommt in einer Woche hier in Neuseeland gut mit $300 aus, wenn man besonderes noch dazu machen möchte, kann dieser Rahmen sehr leicht gesprengt werden. Dementsprechend rechnet man 5 mal 300 + X = 1500 + X! ... Man sehe und staune, $1500 gespart! Wow Ricardo, du hast's drauf (mathematisch und auch sonst) :D

Ich habe auch mitbekommen, dass meine Postkarten erfolgreich die Strecke von knapp 20 000 Km unbeschadet und vollständig zu euch gefunden haben und ich mich über jeder positive Resonanz diesbezüglich sehr gefreut habe :) Man spricht ja nicht mit jedem alle Tage.

So, was habe ich denn neben der Arbeit noch so erleben dürfen?
Nun ja, ich kann sehr froh sein, dass ich nun endlich aus dem ... naja ... Auckland raus bin und endlich, endlich, endlich auf der traumhaft-schönen Südinsel angekommen bin, wie die Bilder dokumentieren sollen :)  Das Te Papa Nationalmuseum in Wellington - Schwer im Blick über Wellingtons Innenstadt von den botanischen Gärden  Und einmal Wellington vom Mt. Victoria (Drehort Herr der Ringe)
Nun ja, auf der Südinsel angekommen, habe ich mich erstmal vor die Entscheidung setzen müssen, ob ich nun ganz locker wieiter reisen soll, oder aber, ob ich doch lieber noch ein wenig Arbeit einschiebe ... Habe mich glücklicherweise für Arbeit entschieden, denn so habe ich meine erste Wwoofing-Erfahrung gesammelt und dabei die so unglaublich netten und hilfsbereiten Wwoofing Hosts Vera und Reto Balzer kennen gelernt.
Jetzt stellt sich natürlich die Frage für den Laien: Was ist dieses "Wwoofen" und warum macht der Junge sowas?

"Wwoof" bedeutet "Willing workers on organic farms", wobei der Begriff Farm in Neuseeland inzwischen mehr als weit gefasst ist. Man arbeitet also bei einer Familie so um die 3-6 Stunden am Tag und bekommt im Austausch dafür Kost und Logis :) Eine sehr schöne Alternative zum langweiligen und Anstrengenden Geld verdienen.
Ich habe mich jedenfalls um einen Platz in der wunderschönen, ja geradezu paradiesischen Lodge des Schwizzer Pärchens Reto und Vera bemüht und durfte dort dann am 15.2 anfangen. Völlig ohne jegliche Vorahnung oder Perspektive, was mit bei Familie Balzer in ihrer Lodge Sans Souci Inn erwartet, bin ich also von Nelson nach Takaka gefahren, was sehr nah am schönsten Nationalpark Neuseelands (Abel Tasman) liegt. Dazu aber später mehr! :)
Ich kann euch sagen, es war es mehr als Wert, hier zu arbeiten, denn es hat sich nicht wie arbeiten angefühlt, sondern vielmehr wie etwas Gutes für die Familie zu tun.
Und die 2 Wochen, die ich hier nun verbracht habe sind so schnell rumgegangen, wie kaum eine andere Zeit. Man ist einfach viel weniger mit Buchungen, Plänen und Fahrerei beschäftigt und man kann mal schön vom Backpacker Alltag abschalten, weil man sich nicht mehr ums Essen und Schlafen kümmern muss! Insofern konnte ich den Aufenthalt hier mehr als genießen.
Generell musste ich morgens das Restaurant und die Küche sauber machen und Abends beim Dinner machen helfen und dishwashing machen, was absolut okay war, denn man hatte den ganzen Nachmittag Zeit, die wunderschöne Gegend rund um den Abel Tasman erkunden.
Nebenbei hat mich die Familie auch öfters zu einem ihrer Ausflüge mitgenommen. Sei's nun zum Strand, an den Fluss, zu irgendwelchen Sehenswürdigkeiten oder sogar in die Bar.
Sans Souci ist übrigens eine sehr berühmte Brücke in Potsdam, nach dem die Lodge benannt wurde, für alle die nicht wussten, welche Bedeutung der Name hat (mich eingeschlossen). Außerdem ist es französisch und bedeutet "no worries", keine Sorgen. :) Passte echt perfekt ;)

Gleichzeitig hatte ich auch hier die Möglichkeit, mal wieder regelmäßiger Sport zu treiben, da ich echt gemerkt und gesehen habe, dass ich zugenommen hab :D Traurig aber wahr, nur wer sich auch auf Reisen begibt, den wird dasselbe Problem ereilen! Seid also gewarnt und vorbereitet ;)

Mich wundert es, dass manch anderer Backpacker hier so viel Zeit findet, jeden Tag seine Erlebnisse rein zu posten. In diesem Hinblick tut es mir leid, liebe Gemeinde, euch nicht mit meinen taglichen Errungenschaften, wie Hintern abwischen und so belästigen zu können. :D
Ich bin froh, wenn ich mal Lust und Zeit habe alle 2 Wochen Teileinträge zu fertigen und diese dann 2 Wochen später zu veröffentlichen. Ich genieße lieber das hier und jetzt! :)

Also für mich steht nun ein neues großes Abenteuer vor der Tür und das ist ein mehrtägiger Walk durch den Abel Tasman Nationalpark mit 3 Übernachtungen im Zelt in der Wildnis. Das wird sicher spannend :)

Insofern, melde ich mich dann in aller Regelmäßigkeit in einem Monat voraussichtlich unter gegebenen Umständen wieder! :)

Die Fährüberfahrt von Wellington nach Picton über die Cook Strait mit dem Interislander

Vipassana - 10 Tage, die in eine andere Welt eintauchen lassen

Freitag, 01.02.2013

 

 

 

Auch Waiheke, die Insel der Reichen und schönen

 

Waiheke Island, einige Kilometer östlich von Auckland

Ein sonniges und fröhliches Hallo aus Neuseeland, liebe Gemeinde, kann man ja fast schon sagen! :)


Vielleicht ist euch aufgefallen, dass ich mich nun schon seit echt einer längeren Zeit nicht mehr gemeldet habe, dies aber auch nicht konnte. Warum? Weil so viel passiert ist, dass ich entweder nicht die Zeit gefunden habe, oder nicht mal mein iPhone zum schreiben gesehen habe, um euch auf dem Laufenden zu halten. Ihr fragt euch, warum ich nicht mal mein iPhone gesehen habe? … Kommt alles gleich, keine Angst ;)

 

Ich staune selber, wie lange der letzte Eintrag zurückliegt und muss in meinem Gedächtnis bzw. spärlich beschriebenen Tagebuch kramen, um die letzten 3 Wochen zu rekonstruieren.

 

Nun ja, als ich gesagt habe, dass ich also wieder zurück nach Auckland fahre, um Arbeit zu finden, habe ich euch, „what a shame“, ein wenig verkackeiert ;) In Wirklichkeit, was ich aber nur einer handvoll von Leuten erzählt habe, war ich auf dem Weg zu einem 10 tägigen Meditationskurs (Hardcoremäßig :D) in der Nähe von Auckland, wo ich mich nun auch wieder befinde. Die Frage, warum ich euch diese Tatsache verheimlicht und vorenthalten habe, ist denkbar einfach: Ich wusste selber nicht, auf was ich mich da einlasse und wollte dementsprechend nicht mit zu hohen Erwartungen die Zivilisation und alles was einem lieb und teuer ist verlassen. Und ich muss gestehen, dass ich, je näher der Kurs gerückt ist, desto weniger konnte ich mich mit der Entscheidung abfinden, 10 Tage durchgängig zu meditieren ... Also stillschweigen!

Jetzt allerdings, nach dem Kurs, bin ich sicher, dass ich den richtigen Sinn dieser Tortur verstanden habe und ihn euch auch korrekt mitteilen kann (auch wenn sich dies erfahrungsmäßig als außerordentlich schwierig erwiesen hat :D). Aber genug des um-den-heißen-Brei-Redens, ihr seid ja nun sicher (sonst habe ich verkackt) sehr gespannt, auf das was ich euch nun erzähle.

Der Kurs hat am 9.1.13 begonnen, ging bis zum 20. und schimpft sich wie die Überchrift schon verrät „Vipassana“.

Was ist Vipassana? Der Schriftzug des Flyers des Meditiationszentrum reißt das Thema kurz und präzise an: „Vipassana is a practical [meditation] technique which enables one to lead a more positive, balanced and happy life“ (Vipassana ist eine nützliche Meditationstechnik, die einem Individuum (!) einen Weg, sein Leben glücklich und ausgewogen zu leben).
Böse Zungen mögen nun meinen, ich müsste irgendein Hippie Freak auf Drogen sein, um überhaupt nur auf den Gedanken zu kommen, dahin zu gehen, aber ich kann euch gewissenhaft versichern, dass dies nicht der Fall ist.
Ich habe einen „old student“ getroffen, welcher mich freundlicherweise in diese Richtung gebracht hat und ich dachte mir: „Du bist hier in Neuseeland,um Erfahrungen zu machen und das ganze Leben spiegelt sich darin wieder, also nimm das mit!“ Also zack, angemeldet, Mitfahrgelegenheit gesucht, nach Auckland hoch, gezittert vor Aufregung und los zum Kurs.

Ihr fragt euch wahrscheinlich immer noch, warum ich mir so in die Hose vor dem Kurs geschissen habe, aber wenn ihr weiter lest, werdet ihr das schon nachvollziehen können. Meine Familie war übrigens auch nicht so begeistert von meiner Idee, aber an dieser Stelle eine „Entschuldigung“ an sie, dass ich inzwischen alt genug bin :P
So nun aber zum Kurs: Vipassana bedeutet so viel wie „Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind“ und die Technik lehrt den Schüler, seinen Geist zu schärfen und dadurch die Empfindungen im Körper zu beobachten. Wo ist der Sinn? Man lernt zu verstehen, dass alles vergänglich ist, wie die Empfindungen, so wie alles um uns herum. Durch die ständige Meditation, in der man seinen eigenen Körper auf jegliche Art von Empfindung untersucht und vollkommen egal, wie intensiv, schwach, wie angenehm,unangenehm die eigenen Empfindungen sind, soll man gleichmütig bleiben (equanimous → Ein Wort, das ich immer mit diesem Kurs verbinden werde :D)

 

Warum macht man das?
Jeder von uns kennt die Situation im stressigen Alltag, dass man schlecht gelaunt ist, aufgrund irgendeinem Ereignis oder irgendeiner Person. Und es liegt im menschlichen Naturell, dass man grundsätzlich alles Leid mit der Gesellschaft teilen will und auf der anderen Seite alles angenehme für sich behält. Beobachtet euch selbst, es ist so und ich denke ihr wisst das auch! :)
Die Technik bringt es einem nun also bei, gar nicht erst in die Lage zu kommen, anderen zu schaden. Denn sobald man anderen schadet, fühlt man sich früher oder später auch schlecht … es ist also eine Verkettung von Multiplikationen des eigenen Elends. Wer kennt das bitte nicht?

Vipassana lehrt uns also nun, die Wahrheit in sich selbst, durch ständige gleichmütige, ruhige Selbstobservation, zu erkennen. Es ist eine universelle Technik, völlig Unabhängig jeglicher religiöser Vorstellungen oder Riten, sie ist keinesfalls mit einem Dogma behaftet. Insofern hat dies nichts mit Sekten wie zum Beispiel Scientology zu tun ;)
Auch wenn Buddha diese Technik vor über 2500 Jahren schon lehrte, man versteht, dass es nichts mit unserer Vorstellung von blindem Glauben (=Religion) zu tun hat.


Also lange Rede, kurzer Sinn der Kurs verhilft zur Selbstfindung der inneren Ausgeglichenheit mit all ihren positiven Effekten.

Für den Kurs gelten einige Regeln, die eingehalten zu haben, weswegen ich mir auch so in die Hose geschissen habe.
Regel 1: Edles Schweigen → 10 Tage enthält man sich jeglicher Kommunikation auf verbaler oder non-verbaler Ebene mit seinen Mitstudenten.
Regel 2: Man wird sehr eindringlich darauf hingewiesen, dass man die 10 Tage zu bleiben hat.
Regel 3: Man lebt in absoluter Isolation, hat seine eigenes Wohnquartier.
Regel 4: Es ist verboten, das Gebiet des Meditationszentrum zu verlassen.

Tagesablauf:
4:00 Gong als Wecker
4:30 – 6:30 Meditation in der Halle oder im eigenen Quartier

6:30 – 8:00 Frühstück
8:00 – 9:00 „Sitting of strong determination“ → 1 Stunde Meditation ohne sich zu bewegen
9:00 – 11:00 Meditation in der Halle oder im eigenen Quartier
11:00 – 13:00 Mittagsessen und Pause
13:00 – 14:30 Meditation in der Halle oder im eigenen Quartier
14:30 – 15:30 „Sitting of strong determination“
15:30 – 17:00 Meditation in der Halle oder im eigenen Quartier
17:00 – 18:00 Tee und Pause
18:00 – 19:00 „Sitting of strong determination“
19:15 – 20:15 Diskurs → Vertiefung des intellektuellen Verständnis der Technik und Vorträge über Buddhas Geschichte und Werdensgang
20:15 – 21:00 Abschlussmeditation
21:30 Nachtruhe!

Außerdem gab es kein Fleisch, man darf weder töten, noch stehlen, noch lesen, noch schreiben, noch lügen.Also auch vollkommener Verzicht auf jegliche Art von Unterhaltungsmedien. Das wurde aber alles durch die Lebensweise schon gut vermieden. Es gibt noch einiges anderes einzuhalten, aber es würde mich den ganzen Tag kosten, das zu erzählen.

Jetzt könnt ihr euch vorstellen, warum ich mir der ganzen Sache nicht so sicher war.


Nun bin ich aber also wieder zurück in Auckland und ich bin so froh, dass ich diese schmerzhafte und lange Tortur auf mich genommen habe, denn man lernt Dinge fürs Leben. Ich kann mir an dieser Stelle eure verdutzen und verständnislosen Gesichter vorstellen und nachvollziehen. Ihr denkt euch bestimmt, wie man in so einem 10 tägigen Seminar, was nur aus Meditieren, Essen, Schlafen und Schmerzen besteht, etwas fürs Leben lernen?! … Naja probiert es doch mal selber aus, ihr werdet sehen, dass es funktioniert! ;)
Ich sehe Dinge nun auch noch aus einem anderen Blickwinkel, der mir sonst verborgen war und das hilft im Alltag.
Außerdem habe ich seit Neuseeland nicht mehr so gut gegessen und ich hätte mir niemals träumen lassen, dass man so geil vegetarisches Essen kochen kann :P
Auch die 10 Tage des Schweigens haben gut getan, sehr angenehm mal beim Essen nicht mit vollem Mund labern zu müssen :)
Der letzte Tag war sehr geil, da das Schweigen aufgegeben wurde und jeder von seinen Erfahrungen erzählt hat. Je weiter man nämlich in der Meditation kommt, desto unglaublicher werden die Empfindungen auf geistiger und körperlicher Ebene.


Allerdings habe ich auch noch einen Chinesen nach dem Kurs, durch den Kurs kennen gelernt, der die unglaubliche Gastfreundlichkeit besessen hat, mich zu einem umfangreichen selbstgemachten chinesischen Essen zu sich einzuladen. Mega lecker und eine sehr schöne interkulturelle Erfahrung!

Beim Reisen fängt man wirklich an, mit kulturellen Vorurteilen ordentlich aufzuräumen.
Wie Goethe schon zu sagen pflegte: „ Reisen veredelt den Geist“ (Hallo Facharbeit :D)

Vor ein paar Tagen habe ich auch auf Hinraten von Johanna, die ein Jahr in NZ verbracht hat, nach Waiheke Island gefahren. Die Insel liegt eine knappe Stunde Fahrt mit der Fähre im Osten Aucklands. Und ich muss sagen, es hat sich gelohnt, aber wenn man den Norden Neuseelands schon so viel bereist hat wie ich, ist die Wahrnehmung etwas anders. Trotzdem vielen Dank für den Tipp
(Habe allerdings noch nicht allzu viele von deinen Tipps umsetzen können, manchmal aus finanziellen Gründen, sorry ;)

Außerdem habe ich inzwischen schon eineinhalb Wochen Arbeit auf dem Bau hinter mir und ein wenig Geld dazu verdienen können.


Man ist der Eintrag lang … :D

So alles in allem waren die letzten Wochen mal wieder mega geil und ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich schon mehr als eingelebt habe.


Ich wünsche euch allen in Deutschland auch schöne Erfahrungen und hoffe für euch, dass ich eventuell auch in euch dieses Reisefieber auslösen kann!

Liebe Grüße
Euer Ricardo

Silvester, unerwartete Begegnungen und viel Erfahrung

Samstag, 05.01.2013
Hallo liebe Welt in Deutschland! :)  Ich hoffe ihr konntet Neujahr auch so speziell schön verbringen wie ich :P Es ist einfach eine ganz andere Mentalität hier! Man kennt die Leute erst seit 5 Stunden und trotzdem kann man problemlos mit ihnen Silvester feiern :) wobei man sagen muss, dass Silvester hier ein wenig anders verstanden wird als bei uns in Deutschland ... Gegen unsere Lautstärke-Exzesse sind die Neuseeländschen Silvester-"Euphorien" sehr begrenzt ;)  Also alles in allem, ist es echt wieder eine ganz andere Erfahrung gewesen, diese Feiertage so zu verbringen. Jedenfalls möchte ich jetzt schon bald auf die Südinsel, da der Sommer nun immer weiter fortschreitet und man im Winter die Südinsel nur mit ordentlichem Equipment bereisen sollte ... Außerdem will ich versuchen, so bald wie möglich Arbeit zu finden, um nicht allzu viel Geld hier zu lassen ... Das geht nämlich verdammt schnell :D letztendlich muss ich sagen, dass ich froh bin, die letzten 2 Monate in Deutschland gearbeitet zu haben. Ich habe auch den Segen bzw. Fluch kein Auto zu haben. Auf der einen Seite ist man mit dem Auto Super flexibel, auf der anderen hat man ständig noch mehr laufende kosten ... Ganz zu schweigen von dem Geld, dass man für das Auto bezahlen muss und den Stress, den man sich machen muss, es nachher wieder zu verkaufen ;) Ich versuche mich immer anderen anzuschließen und das klappt bis jetzt auch ganz gut!  Was ist sonst noch so in der Zwischenzeit passiert?  Orcas habe ichgesehen, als ich am Strand in Matata, Bay of Plenty lag. Es war schon ein geiles Gefühl, wenn plötzlich 3 so anmutige Geschöpfe 5m vor dir im Meer auftauchen! :) Wir hatten auch niemals damit gerechnet, dass man dort so nah Orcas sehen kann :)  Das ultimativste war aber, dass ich an Silvester die Möglichkeit genutzt habe in Taupo "Sky zu Diven", was so viel bedeutet wie Spring aus 15000 Feet (um die 5000m) aus dem Flugzeug und komm mit Fallschirm unten an ... Und beschleunige dazwischen auf über 200 km/h :) es war auf jeden fall lohnenswert und eine atemberaubende Erfahrung, die Landschaft rund um den größten See NZs aus 5 km Höhe auf sich zu Rasen zu sehen! Auf jeden fall ich dafür schon mal ein träum für mich in Erfüllung gegangen ... Und das noch im alten Jahr :)  Darüberhinaus waren wir beim "Mt Doom", also dem Schicksalsberg, der direkt neben dem berühmten Mt Tongariro liegt. Von einem nahegelegenen Campsite aus haben wir unsere eintägige Trekking Tour um die beiden Berge gestartet.  Dazu muss man allerdings bemerken, dass wir uns im Zelt vor den Bergen im wahrsten Sinne des Wortes den Ar*** abgefroren haben. Deswegen hatte ich mich entsprechend warm angezogen ... Zum großen Glück, denn manche Menschen sind in Hot Pants und Shirt aus dem Shuttle Bus gestiegen :D Naja jedenfalls war die 10 stündige Tour mehr als atemberaubend, denn die Aussichten von dort oben sind einfach einmalig und unvergleichlich! :) obwohl ich nach 10 Stunden Walk und ca. 6km Auf- und Abstieg total am Ende war, kann ich mich doch sehr glücklich schätzen den Trek gemacht zu haben!  Für mich geht es jetzt demnächst wieder zurück nach Auckland erstmal, um dort Arbeit zu finden und danach weiter zu reisen. Ich möchte, wie gesagt, so früh wie möglich auf die Südinsel, damit es dort nicht allzu kalt wird ( hindert mich zwar auch nicht, vergrößert nur den inneren Schweinehund).  Also liebe Mitleser und Mitleserinnen, ich freue mich auch immer, wenn ihr euch mal bei mir per Facebook oder so meldet! Also erzählt ihr mir doch auch mal wieder was neues von euch ;) Bekomme hier ja leider nicht so viel mit ;)  Bis dann, euer Ricardo! :) 
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